Dienstag, 12. Mai 2009

In Schottland gibt es Schlösser!

Nicht irritieren lassen! Dieser Post handelt auch von den Westmänner-Inseln vor der Küste von Island. Ich hatte bloß bei unserer Wanderung über die Haupinsel (Heimaey) der Inselgruppe ab und zu das Gefühl, dass es in Schottland so ähnlich aussehen könnte. Liebe Grüße an meine Schwester an dieser Stelle - das nächste Bild wurde extra für dich aufgenommen! Die Schafe, die hier eigentlich noch hineingehören, grasten leider etwas abseits - bitte Fantasie anwenden!
Scotland in Iceland
Hier könnt ihr übrigens mal eine Karte von Heimaey sehen, um einen Eindruck zu bekommen:
Wir begannen unsere Runde am Hotel in der Nähe des Hafens, ließen uns auf dem Golfplatz fast abschießen und liefen auf dem Gras bewachsenem Kliff (kaum Strandspaziergänge auf Heimaey möglich) Richtung Süden bis Vík (=Bucht), dann ging es an der Straße zurück. Wir haben oft beobachtet, dass die Einheimischen ihre Autos einfach so spazieren fahren. Immer wieder werden die gleichen Runden gefahren. Oft haben wir uns gefragt: "Der ist doch gerade erst an uns vorbeigefahren?!"
Die Aufenthaltsräume des Campingplatzes (in Island war das Gründach nicht erst die Erfindung "grüner" Architekten):
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Die imposante Küste von Heimaey mit dramatischen Wolkenformationen:
Vestmannaeyjar
Vestmannaeyjar
Immer wieder kamen wir an Fischtrockenplätzen vorbei. Das stank zum Himmel! Wir haben uns gewundert, warum die Vögel (leider waren die Papageientaucher/Puffins (LINK) noch nicht auf der Insel zum Nestbau eingetroffen) es nicht alles weg frassen. Wahrscheinlich stank es ihnen zu sehr! Teilweise waren komplette Fische aufgehangen oder auch nur die Köpfe (werden angeblich nach Afrika exportiert) so wie hier:
Fish heads clatter in the wind
Das Wetter war die ganze Zeit sehr abwechslungsreich - wie immer auf Island. Wir hatten Hagel, Sonnenschein, Regen und die ganze Zeit mehr oder weniger starken Wind - wie immer auf Island. Es war imposant zu sehen, wie der Regen über den Atlantik auf uns zu kam. Zum Glück konnte man hinter jeder Regenfront auch schon wieder Lichtschimmer erkennen:
The end of the world is coming
Am Abend wollte mein Mann unbedingt noch einmal los, um die Einfahrt der Fähre zu fotografieren. Also marschierten wir zwei gegen 22:00 noch einmal los.
Ferry Herjólfur
Narrow passage to port of Heimaey

Montag, 11. Mai 2009

Der wilde Ritt zu den Westmännern

Ich wußte es schon immer, ich bin eine Wasserratte, aber keine Meerjungfrau (naja, das mit der Jungfrau stimmt eh schon seit einigen Jahren nicht mehr). Mein Mann ist noch eher eine Landratte.
Am 1. Mai befanden wir uns (nach Besuch der Heißwassergebietes bei und des Schwimmbades in Hveragerði sowie in einem Hummerrestaurant an der Küste) zwischen 19:30 und 22:15 auf dem Atlantik zwischen Þorlákshöfn (isländisches "Festland") und Heimaey (Hauptinsel von Vestmannaeyjar vor der Südküste Islands). Die Überfahrt mit der Fähre Herjólfur zu den Westmännerinseln (LINK) oder Vestmannaeyjar, wie sie im Isländischen genannt werden, war für unsere beiden Mägen eine arge Herausforderung. Zum Glück war der Seegang nicht ganz so schwer, dass wir wenigstens an Deck bleiben durften und uns so die grünen Gesichter (und andere Seekrankheitsanzeichen) der anderen Passagiere erspart blieben. Unser deutscher Mitreisender J.L., der uns netter Weise den ganzen Tag in seinem Jeep durch die Gegend chauffiert hat, hatte kaum Probleme auf der Hinfahrt. Er fuhr allein zurück und da war der Seegang wesentlich unsanfter, so dass auch er zu kämpfen hatte (Beispielbilder: LINK).
Der Blick in Richtung Islands Südküste war toll. Man konnte selbst aus der Entfernung die Brandung am Stand erkennen.
Southern coast of Iceland
Der Blick über das Schiffsheck war teilweise nicht besonders beruhigend. Das der Horizont in regelmäßigen Abständen von oben nach unten und von unten nach oben hüpfte war ja durchaus noch okay, aber wenn er dann auch noch um 45° (okay, dass ist etwas übertrieben - aber nur etwas) zur Seite kippte, dass war nicht mehr so lustig!
Is the horizon not supposed to be horizontal?
Und nur Crew-Mitglieder (crew only) durften im Erstfall über Bord gehen.
Crew only? Okay, I do not want to jump into the atlantic!
Unser Mageninhalt blieb zwar, wo er war, aber nach 2 3/4 Stunden an Deck (reguläre Fahrzeit), waren wir trotz Position im Windschatten, gut durchgefrostet. Die enge Hafeneinfahrt, die während des großen Vulkanausbruchs des Eldfell 1973 (LINK), fast verschüttet wurde, war uns ein sehr willkommener Anblick.
Finally - Vestmannaeyjar!
Coming into the port of the main island Heimaey
Anderes Sehenswertes in Island (LINK)

Sonntag, 3. Mai 2009

Die wilden Westmänner

Wir (mein Mann, ein Freund und ich) haben das 1.Mai-Wochenende auf den Westmännerinseln verbracht.
Es war sehr ereignisreich - in jeder Hinsicht.
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Wort und Bild folgt im Laufe der nächsten Tage!

Mittwoch, 29. April 2009

Island = Windland (ein Stück Island)

Das Erste, was man so zu Island hört ist, dass es dort einen Haufen Gletscher gibt. Wohl wahr! Aber auch wenn Island = Ísland (isländisch) = Iceland (englisch) übersetzt Eisland heißt, es ist ungefähr so treffend wie die Übersetzung von Grönland, was nämlich Grünland bedeutet (erste geschichtlich bewiesende Tourismus-Schönmalerei, denn der Entdecker Grönlands wollte Leute überreden, ihm nach Grünland zu folgen - Wer wäre schon mitgekommen, hätte er von dem ganzen Eis erzählt?).
Chicago wird als die windigste Stadt der Welt bezeichnet (auch wieder eine absichtliche Fehlinformation - hier ein Gerücht von einer gegnerischen Stadt in die Welt gesetzt, um die Leute zu überzeugen, dass Chicago nicht so toll ist). Wer immer das behauptet hat, der sollte mal nach Island kommen! Es gibt Gegenden in der Welt, wo es einmal täglich regnet. In Island gibt es keinen Tag ohne Wind! Wenn man Glück hat, wird er nicht von Regen (seltener Hagel oder Schnee) begleitet. Und in diesem offenem Land (keine Häuserschluchten oder dichte Wälder) kann man sich nirgends vor ihm verstecken.
Er ändert auch sehr gern und blitzartig Richtung und Stärke. Hat man sich gerade erfolgreich nach vorn gegen ihn gestämmt, läßt er plötzlich nach und gibt einem in der nächsten Sekunde einen Stoß von links. Oder man muß rückwärts laufen, weil einem der Wind regelrecht den Atem in den Hals zurückpreßt. Man schnappt wie ein Fisch an Land erfolglos nach Luft.
There is almost always wind in Iceland
Wahrscheinlich wegen des Windes, findet man in Island ziemlich viele Fahnen. Egal ob es die Nationalflagge, die Fahne mit dem Firmenlogo, des Einkaufsmarktes, der Tankstelle, ... ist, überall sieht man Fahnen flattern und hört sie knattern.

Dienstag, 28. April 2009

Ein Stück Island - Sagen und Legenden

Nach 3 Jahren auf dieser Insel wird es langsam Zeit, einmal zusammenzufassen, was denn Island so besonders macht, dass ich nach so langer Zeit immernoch hier bin. Ich habe mit einigen Ausländern gesprochen, die hier zu Besuch waren oder auch schon längere Zeit hier arbeiten, manchmal sogar komplett ausgewandert sind.
Viele von ihnen haben schon lange von diesem Land geträumt und sind hin und weg von dieser Insel. Bei manchen hat sich die Begeisterung aber schon nach dem ersten Winter oder Islandregen in Nichts aufgelöst.
Als ich hierher kam, da wußte ich gerade einmal das Island eine Insel im Nordatlantik ist und das man mit Englisch ganz gut über die Runden kommen kann.
.. wie auch immer ...
Ich starte ein kleines Projekt. In der nächsten Zeit werde ich das Puzzle "Warum Island?" Stück für Stück zusammensetzten. Aber ich warne gleich, Puzzles sind nicht gerade meine Stärke :-)
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1. Stück Island
Diese Insel besetzt nicht nur aus Lavagestein - nein, es besteht aus dem Stoff aus dem Sagen und Legenden entstehen. Literatur spielte und spielt im Leben der Isländer eine große Rolle. Jedem Stück Island haftet eine Geschichte an. Sowohl wahre als auch erfundene. Das es auf dieser Insel nur so vor Sagengestalten wimmelt, ist eigentlich kein Wunder. Die isländische Natur, mit ihren interessanten Formen und Geräuschen ist geradezu dafür geschaffen, dass die Fantasie mit einem durchgeht. Und was der Mensch sich nicht erklären kann, dafür wird schnell eine Erklärung geschaffen. Und die Geschichten lassen sich so schön während der langen, dunklen Polarnächte im Familienkreis erzählen. Wie spannend und unterhaltsam sind schon naturwissenschaftliche Erklärungen gegenüber einer Geschichte über Elfen und Trolle?

Troll

WICHTIG: Schon mal im Kalender vormerken: 2011 wird Island auf der Frankfurter Buchmesse unter dem Motto "Sagenhaftes Island" als Gastgeber auftreten.
http://www.sagenhaftes-island.is/de

3 Jahre Island!

Ich kann es einfach nicht glauben!
Wo ist nur die Zeit hin?

Hier ein LINK zu einer kurzen Diashow einiger meiner (und der von meinem Mann) Islandbilder.
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Und es gibt noch immer so viele unerledigte Dinge auf meiner Island-TO-DO-Liste:
- Isländisch lernen (schreiben, lesen, sprechen, verstehen)
- den Wasserhahn einfach laufen lassen
- die Heizung trotz geöffneten Fensters auf volle Power stellen
- mit heißem Wasser die Zähne zu putzen ohne einen Brechreiz zu bekommen
- mindestens 15 Minuten zu spät zu einer Verabredung kommen
- auf einem Islandpferd reiten
- die Westmännerinsel (geplant für das 1.-Mai-Wochenende) und die Westfjorde (evt. im Juni) bereisen
- einmal die Insel überqueren (im Flugzeug schon geschehen) - normaler Weise geht es nur rundherum
- das mit dem isländischen Nachtleben erleben werde ich mir noch einmal sehr genau überlegen
...

Samstag, 25. April 2009

Kurzinfo: Qual der Wahl

Heute ist Wahltag in Island.
Vom Volk während der Proteste zu Beginn des Jahres geforderte Wahlen.
Mal sehen, was dabei herauskommt!
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Update (27.04.2009):
Am Wahltag wehten überall isländische Flaggen
Going down with flying colours?
85,1% Wahlbeteiligung - davon träumen sicher viele!
Die Übergangsregierung (seit Anfang des Jahres) wurde bei den Wahlen bestätigt.
Erstmalig seit 1944 liegt die absolute Mehrheit im isländischen Parlament bei den Linksparteien.
Die neue, im Zuge der Proteste im Januar gegründete, Partei (Bürgerbewegung) kam auf Anhieb auf 7,2%.