Donnerstag, 30. Oktober 2008

Gedankenlose Autofahrer und die Macht der Gewohnheit

Ich muss mir einfach ein bißchen Luft machen!
.
Isländische Autofahrer - das ist für mich ein Thema ohne Ende!
'
Ich habe während meiner Fahrschulzeit gelernt, wie man Sprit sparend Auto fährt:
- hoch- und herunterschalten sobald und so oft wie möglich, d.h. im unteren Bereich des optimalen Umdrehungsbereichs (unterschiedlich bei Diesel und Benziner)
- bei Jeeps nicht unnötig mit Allradantrieb fahren
- genügend Luftdruck auf den Reifen
- ...
und vor allem Anderen:
- MOTOR AUS, sobald er nicht benötigt wird! Das heißt, wenn das Auto irgendwo länger als eine Minute irgendwo herumsteht!
Das alles scheint sich bei isländischen Autofahrern nicht so wirklich herumgesprochen zu haben. Anscheinend ist der Sprit auch noch nicht zu teuer oder die Macht der Gewohnheit ist stärker als alles Andere. Energie mag ja wenig kosten in diesem Land, aber Sprit gibt es nicht umsonst.
Wenn es nach dem Isi gehen würde, würde der Motor seines heiß geliebten Autos wahrscheinlich niemals still stehen.
Man geht schnell zur Post ein Paket holen, ein Video/DVD ausleihen, Brot holen, die vergessene Butter einkaufen, ...
=> Motor bleibt an!
Man(n) wartet vor dem Laden, dass Frau mit Einkauf herauskommt
=> Motor bleibt an!
Man holt jemanden spät Abends zu einer Party ab (erst ab 23:00 wird das Nachtleben in Reykjavik interessant) und muss noch ein paar Minuten warten, bis die letzte Kosmetik aufgespachtelt wurde oder das letzte Haar Gel abbekommen hat
=> Motor bleibt an, denn die tuckernden Motorgeräusche (+evt. Musik) sind ja für die Anwohner nicht zu hören!
Man will jemanden an der Bushaltestelle einsammeln
=> Motor bleibt an und die Abgasschwaden werden minutenlang Richtung Bushäuschen gepustet!
.
Ein Wunder, dass beim Tanken der Motor ausgestellt wird!
.
Wahrscheinlich sollte ich das Ganze etwas entspannter sehen und als Training für meinen Aufenthalt in den, sicher mit Abgaswolken eingehüllten Städten Saint Louis und Chicago ansehen.
Zuviel frische (nur von 300.000 Leuten mit gleicher (?) Anzahl Autos und ein paar tausend Schafen verunreinigte) Luft ist wahrscheinlich sowieso ungesund!
Irgendwo war auch zu lesen, dass in Reykjavik die Autos mit Spikes soviel Feinstaub produzieren, dass die Richtgrenzwerte (deswegen darf/muss man ja in Deutschland so schöne Aufkleber mit Umweltklasse (?) an sein Auto kleben, um im Sommer auch noch durch die Stadt zu dürfen) enorm überschritten werden.
.
In diesem Sinne: Einmal tief Luft holen! Ruhig ein- und wieder ausatmen!
Ein! Aus! Ein! Aus!...
Uha, ich glaube, der Sauerstoff steigt mir langsam zu Kopf!

Dienstag, 28. Oktober 2008

Zeit, Zeitverschiebung, Winterzeit, Zeitzonen, Zeitreisen ...

Ich bin ein studierter Mensch und habe (so mit Ach und Krach) meine Matheprüfungen bestanden. Ich halte mich wirklich nicht für dumm, aber bei Zeitberechnungen ist bei mir Hopfen und Malz verloren!
Letzte Woche, habe ich zum Beispiel meinen kleinen Pocket-PC (Handy, Organizer) mit dem Laptop abgeglichen. Nun zeigen beide Geräte zwar die gleiche Zeit an, sind aber auf verschiedene Zeitzonen eingestellt. Folge: Mein Pocket-PC, den ich auch als Wecker verwende, weckte mich eine Stunde zu früh. Das allein ist an sich schon schlimm genug. Aber dann klopfte ich auch noch meinen Mitbewohner aus dem wohlverdienten Schlaf. Zu meinem Glück ist er ein friedfertiger Mensch. Ich an seiner Stelle, hätte mich wahrscheinlich geköpft!
project:glimpse - What´s the time?
Von Samstag zu Sonntag wurde in Deutschland die Winterzeit eingeführt, sprich die Uhr eine Stunde zurückgestellt. In Island wird das ja nicht gemacht. Wozu auch? Die 4 Stunden Tageslicht (momentan noch 8:53, Sonnenaufgang: 8:59, -untergang: 17:22) werden auch nicht mehr, wenn man sie hin und her schiebt. Außerdem hat man ja haufenweise billige Energie hier. In Amerika erfolgt die Sommer/Winterzeit-Umstellung erst am nächsten Wochenende (Europa: letztes Wochenende im Oktober, USA: 1. Wochenende im November), wie ich in meine flickr-Gruppe "Project:glimpse-What´s the time?" (LINK) und bei Wikipedia (LINK - Wo sonst?) erfahren habe. Diesmal war ich so clever und habe meine Uhren (inkl. dem Wecker) gecheckt. Und wieder habe ich die Tür meines Mitbewohners eingeschlagen. Bevor er mich schlagen konnte, versicherte ich ihm, dass ich mir 100%ig sicher bin. Er war es sich nicht. Eine Uhr sagte dieses und die andere (der Wecker) etwas ganz anderes.
Ende der Woche fliege ich in die USA, um am großen Wahltag (4.11.2008) direkt vor Ort zu sein. Nein, nicht wirklich! Mehrere Zeitzonen innerhalb eines Landes! Hilfe! Ich gebe jetzt schon auf! Zum Glück gibt es bei Internet, Google, Blogger & Co ein paar Hilfsmittel. Auf die werde ich dann wohl zurückgreifen, um nicht gänzlich in der Zeit verloren zu gehen. Nicht, dass ich mir noch zu meinem "Lost in Iceland (Verloren in Island)" noch ein "Lost in time"-T-Shirt kaufen muss!
Ist es heute, noch gestern oder schon morgen?
.
Ich habe noch dieses Video (ital./engl.) gefunden, das mich an einen alten Witz erinnert:
Ich bekam den Witz einmal so erzählt:
Ein Mann mit Hund kommt an einem Bauer vorbei, der gerade eine Kuh melkt und fragt:
"Können sie mir sagen, wie spät es ist?"
Der Bauer hebt das Euter der Kuh an und sagt:
"9:00"
Am nächsten Tag, der gleiche Mann mit Hund und der Bauer mit seiner Kuh:
Mann: "Können sie mir sagen, wie spät es ist?"
Der Bauer hebt das Euter der Kuh.
Bauer: "Exakt 9:03"
Mann: "Wie können sie allein durch das Anheben des Euters die Uhrzeit so genau wissen?"
Bauer: "Wenn ich das Euter anhebe, kann ich die Kirchturmuhr des Dorfes sehen."

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Mit wehenden Fahnen

... untergehen?

Auf meinem Weg zur Arbeit, komme ich immer an einer N1-Tankstelle vorbei. Dort wehen tagsüber immer die roten N1-Fahnen.
Seit Tagen ist das nicht mehr der Fall:

Going down with flying colours?

Going down with flying colours?

Jetzt weht die isländische Nationalflagge.
Die Briten hatten am 8. Oktober das (Anti)-Terror-Gesetz gegen isländische Banken in Kraft treten lassen. Ohne jegliche diplomatische Verhandlungen im Vorfeld! Mit 300.ooo Leuten kann man es ja machen! Sehr konstruktiv! Den Finger auf jemanden zeigen und laut brüllen - "DER war´s! DIE sind schuld!" Absolut sicherer Weg, um Terroristen zu erschaffen! Es gibt da einige Politiker über dem großen Teich, die können das noch besser. Die würden sich mit 300.000 Leuten gar nicht erst abgeben. Mr. Gordon Brown mußte wohl noch etwas üben!?

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Der 2. Schnee

Vom 2. zum 3. Oktober gab es den ersten Schnee in Reykjavik.
Letzte Nacht hat es wieder geschneit!
Herrlich!
So sind die -2°C und morgentliche Dunkelheit leichter zu ertragen.
(Okay, ich gebe es zu, zum Schneemannbau reicht es noch nicht.)





http://www.kneller-gifs.de/

SNOW!!!

Dienstag, 21. Oktober 2008

Herbstgrüße aus Deutschland

Per e-Mail und Papierpost (inkl. CD) erhielt ich heute von meinem Vati fotografische Grüße aus dem herbstlichen Deutschland.
Dankeschön!

Und bei dem Anblick der ganzen bunten Blätter, mußte ich an eine Familiengeschichte denken - über meine Schwester und eine Diskussion betreffend Hundeblätter und bunte Blätter:

Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen, graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.

Wie die volle Traube aus dem Regenlaube
purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen Pfirsiche, mit Streifen
rot und weiß bemalt.

Flinke Träger springen, und die Mädchen singen,
alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh.

Geige tönt und Flöte bei der Abendröte
und im Mondesglanz;
junge Winzerinnen winken und beginnen
frohen Erntetanz.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Schwarz sehen!?

Gestern konnte man 305 ISKronen (absoluter Negativrekord bisher) für einen EUR bekommen (Vor einem Jahr waren es um die 90). Aber schon seit einer Weile kann man regulär keinen EUR mehr für isländische Kronen bekommen. Die Banken sind nun alle verstaatlicht, Importe werden nur noch gegen harte Währungen (Dollar oder EUR) gemacht), wobei Lebensmittel, Sprit und Medikamente erste Priorität haben.
Im Gegensatz zu vielen Zeitungsartikeln gibt es bisher keine Panikkäufe und auch die Regale sind gut gefüllt. Es gab schon vorher mal ab und zu leere Stellen im Regal. Ich kann mich erinnern, mal in 5 Läden gewesen zu sein und keiner hatte Zwiebeln!
Die Preise sind generell schon angestiegen, aber nicht über die Maßen. Komischer Weise ist der Spritpreis wieder etwas gesunken. Die meisten Baustellen wurden still gelegt und die ausländischen Arbeiter haben schon das Land verlassen.
Die halbe Welt ist momentan sauer auf Island: "Island ist schuld, dass wir unser Geld verloren haben! Schämt euch! Geschieht euch recht! ... "
Haben die nur alle eine M...?
Als die große Seifenblase in den USA platzte, schwabte die erste, große Welle über das kleine Island, aber jetzt versenken die Wellen den Rest der Finanzwelt.
Islands Glück und Unglück ist, dass es so klein und doch so groß sind. Denn in der Finanzwelt ist es recht groß. In England können teilweise keine Löhne gezahlt werden, weil ein Teil der Banken in isländischen Händen liegen. Auch in anderen Ländern hat Island eine Rolle im Finanz- und Geschäftsleben. Zum Glück für Island, denn sonst wäre niemanden aufgefallen, dass Island in der Finanzsintflut abgesoffen ist!
Ein Haufen Leute haben ihr Geld in Island verloren. Und zwar nicht nur die Investoren aus dem Ausland! Viele Isländer stecken mit ihren Auslandskrediten bis über beide Ohren in Schulden, denn plötzlich sind die Kredite doppelt so groß. Und selbst, wenn man noch genug Geld hat, sie zu bezahlen, bekommt man das Geld nicht so ohne Weiteres aus dem Lande. Viele Isländer sind dabei, ihre privaten Rentenersparnisse zu verlieren, denn der Staat kann nur für max. 3 Millionen ISK (zu guten Zeiten ca. 30.ooo EUR, jetzt 15.000) garantieren.
Wer den Versprechungen geglaubt hat, es sei sicher, in die ISK zu investieren, ist, meiner Meinung nach, selber Schuld an seinem Disaster. Was sind 15% Zinsen wert, wenn das Land eine Inflation von 10% hat? Man sollte nicht an der Rennbahn wetten, wenn man keine Spielernatur ist und man nicht genug Geld hat, dass es nicht wehtut, wenn man das Geld verliert, dass man auf nur ein Pferd gesetzt hat!
Wider besseren Rats habe ich mein Geld noch hier auf der IS-Bank. Im schlimmsten Fall ist alles weg. Aber wenigsten habe ich keine Kredite, die ich bezahlen muss.
Momentan hoffe ich, dass die kopflose Panik auf den Finanzmärkten sich endlich beruhigt, man sich mal in Ruhe zusammensetzt und einen konstruktiven Plan erarbeitet und nicht eine Notfallentscheidung nach der anderen trifft. Momentan versuchen alle, ihr Geld in Sicherheit zu bringen, aber es gibt momentan keine Sicherheit im Wettbüro "Börse". Lehnt euch zurück, trinkt eine Tasse Tee und wartet ab, was passiert! Bei aufgeschreckten Hühnern funktioniert das Gehirn auch nicht mehr!
Ich weigere mich standhaft, meinen Glauben an den gesunden Menschenverstand aufzugeben.
Ich bleibe ein Optimist (Was soll man denn sonst machen?) und genieße den Herbst auf dieser schönen Insel (trotz fehlender Bäume)! Ich habe Wasser zu trinken, Energie zum Heizen, Grünzeug aus dem Gewächshaus und es rennen genug Schafe und Pferde auf dieser Insel herum!
Okay, dass war´s erst einmal für heute.

Montag, 13. Oktober 2008

Grüße aus dem Spreewald

Diese Karte von meinen Eltern befand sich heute in meinem Postfach auf Arbeit.
Dankeschön!

Sonntag, 12. Oktober 2008

05.08.08: Geiranger, Trollstigen, ...

Die Finanzkrise ist noch immer da, aber machen kann man nichts, außer Abwarten und Wasser trinken.

Daher gibt es nun endlich einen weiteren Einblick in unsere Norwegenreise:
Am 5.08. unternahmen meine Eltern, mein Mann und ich eine ziemlich große Autotour. Wir haben bald gemerkt, dass man in Norwegen nicht mehr als 60 km/h schafft. Erlaubt sind zwar meist 80 km/h, aber die kurvigen Straßen lassen oft nicht mehr zu. Und Kurven hatten wir an diesem Tag genug! Dazu kommt dann noch die Warte- und Fahrzeiten mit den 1000 Fähren. Dabei bauen die Norweger schon wie verrückt Tunnel! Und das nicht nur, damit man etwas schneller voran kommt. Die Zugänglichkeit des norwegischen Gebirges kann schon recht begrenzt sein. Ist eine Straße wegen Schnee oder Erdrutsch gespeert, kann das leicht einen Umweg von 100 und oftmals noch mehr Kilometern bedeuten. Den auch im Sommer liegt auf den Hochebenen noch Schnee.

mountain lake

mountain lake

Auf unserer Tour war auch die Straße wegen eines Erdrutsches kurzzeitig (ca. 1/2 h) gesperrt. Das Trollteam (Bauarbeiter) kraxelten in den Bergen herum und sicherte die Felswand. Man konnte lediglich ein paar orange farbene Punkte an dem steilen Hang erkennen (Dieses Bild entstand allerdings an einer Baustelle am Trollstigen).

'

Unser Auto durfte kurze Zeit später auch die Berge hinaufkraxeln. Auf den höchsten Punkt Norwegens, der mit dem Auto erreichbar ist, die Dalsnibba - 1500 m. Von dort hat man einen wunderbaren Blick über die Berge und in den berühmten Geirangerfjord. Neben dem tollen Blick war vor allem unser persönlicher Bergführer ein unvergessliches Ereignis:

Unser Bergführer:

our mountain guide :-)


Die (verrückten) Radfahrer, die überall anzutreffen waren, hatten nicht nur mit dem Anstieg zu kämpfen:

Eat dust!


Blicke aus 1500 Meter Höhe

View from Dalsnibba to Geiranger fjord


Wie überall wurden natürlich auch auf der Dalsnibba Steintrolle gebaut

stone trolls on mountain Dalsnibba

Building a stone-troll - brings luck

Blick auf den Geirangerfjord und die Kehren/Kurven der Adlerstraße

Geiranger fjord

... und dann ging es wieder hinunter

down from mountain Dalsnibba

How are the brakes of your car?

Im Geirangerfjord machten wir nur eine kurze Pause zum Eis essen und Ansichtskarten kaufen. Da waren uns zu viele Touristen und Kreuzfahrschiffe, die die Luft mit ihren Dieselabgasen völlig verpesteten.
Hier mal ein Größenvergleich der Schiff - ganz links: Aida-Kreuzfahrtschiff, daneben Hurtigroute-Kreuzfahrtschiff, Passagiertransferboot zwischen Hafen + Kreuzfahrdampfern, Fjord1-Fähre:
Ships in comparison in the Geiranger-fjord
Shark / whale attack?
Über die Adlerstraße, wo wir noch einmal in den Geirager-Fjord hineinschauten und auch die berühmten 7 Schwestern (Wasserfälle) sahen, ging es dann zum Trollstigen - einer weiteren berühmten, engen, kurvigen Bergstraße, wo ein paar große Steine als "Leitplanke" dienten und sich Touri-Busse mit Baucheinziehen entlangquetschten. Trolle gab es auch dort nur maximal in Kniehoch - Steinhaufen oder Kunststoff.
'mountain
Can the bridge bear that?
Mit einsetzendem Sonnenuntergang erreichten wir das Ziel des Tages - die Atlantikstraße:
'a
'on
Wir machten Abendbrot (wieder Erasco-Suppe) mit Blick auf die Scherenlandschaft , aber leider ließen uns die mehr als nervigen Mückenschwärme nicht den Sonnenuntergang genießen. Wir mußten regelrecht die Flucht ergreifen! Auch so mußten wir aufbrechen und konnten uns nicht die interessanten Brücken bei Kristiansund anschauen, da wir eine lange Rücktour vor uns hatten und nicht genau wußten, wann die letzte Fähre fahren würde. Mit einigen Routenänderungen und Tempoüberschreitungen (was in Norwegen zu hohen Geldstrafen und evt. sogar zu Gefängnisübernachtung führen kann) schafften wir sie allerdings noch. Sonst hätten wir noch 200 km weiter fahren müssen. Das heißt in Norwegen rund 4 Stunden mehr Fahrzeit!
View from the ferry
Spät in der Nacht erreichten wir dann endlich wieder unser Sommerhaus.
Weiter Bilder zu diesem wundervollen Tag in Norwegen gibt es hier (LINK).

Dienstag, 7. Oktober 2008

Islands Süden im Herbst (bzw. Winter)

Für letzten Samstag hatten wir (mein Mann und ich) eine lange Autotour geplant, um meiner Schwiegermutter und einem weiteren Islandneuling, die Sehenswürdigkeiten von Südisland zu zeigen.
Zum Glück spielte das Wetter mit!
Schon als wir am Morgen vom "Sommerhaus" meiner Firma starteten, schien die Sonne.
4 starting the great journey
Wir fuhren bei der Stadt Selfoss auf die Ringstraße 1 auf, die wir den ganzen Tag (400 km hin und 370 km zurück) nur für Abstecher zu den Sehenswürdigkeiten verließen.
Am Anfang waren die isländischen Lavafelder noch mit Schnee bedeckt, aber Richtung Endziel war teilweise nur noch in den Bergen Schnee zu sehen. Wir fuhren an Schafen, Islandpferden, Kühen, Häusern, Tankstellen ... vorbei.
Playing with reflections
Auch kamen wir unterwegs an mehreren dieser isländischen Rastplatz-Schilder vorbei, die ich immer wieder lustig finde.
Look out for the tree (the mountains are approx. 50 km away)
Wenn man nach einem Baum Ausschau hält, um den Rastplatz zu entdecken, dann kann man sehr lange fahren. Es gibt nur einen (okay, vielleicht auch 2 oder 3) Rastplatz, an dem tatsächlich EIN Baum steht (allerdings ein Laubbaum). Tische und Bänke sind manchmal anzutreffen. Meist ist dort aber NICHTS (außer die Ausbuchtung der Straße)! Island besteht ja aus hauptsächlich Nichts! Die Berge auf dem Foto sind zum Beispiel mindestens 50 km entfernt und dazwischen ist nichts außer schwarzem Sand, ab und zu Wasser und natürlich der Straße.
An meinem geliebten Wasserfall Seljalandsfoss (LINK) machten wir die erste große Pause. Danach ging es weiter zum Wasserfall Skógarfoss (LINK), wo wir uns nicht auf die Suche nach dem Schatz am Ende des Regenbogens machten, da dieser im Eis oder im Wasser endete.
Skógarfoss
Wir stiegen aber die 1002 (oder so) Stufen am Wasserfall hinauf, um die Schafe im Schnee zu zählen, die nur anhand ihres Schattens auf dem Schnee auszumachen waren.
Counting sheeps
Nächste Station war der schwarze Sandstrand mit tollen Basaltformationen zwischen dem südlichsten Ort Islands (Vík) und dem südlichsten, isländischen Festlandspunkt Dyrhólaey (eine felsige Halbinsel, die ein "Loch" aufweist). Es war herrlich! Sonnenschein, Wellenrausen, schwarzer Sand, kein Mensch (nach uns kamen dann ein paar), Möwen am Himmel, ...
On the beach
Am Strand fanden wir auch einen toten Delfin/Wal und natürlich wurden wieder Steine (LINK) von diesem Strand mitgenommen.
Wir hatten auch ein riesiges Erfolgserlebnis. Wir fanden den Wasserfall Systrafoss (Nonnenwasserfall) nahe dem Ort Kirkjubaejarklaustur, den wir im letzten IS-Sommerurlaub erfolglos gesucht hatten. Der Nonnensee, der den Wasserfall speist war letztes Jahr ausgetrocknet gewesen.
'The
Das war das letzte große Ereignis, bevor wir für Stunden die Einöde/Sandwüste (siehe Parkplatzschildbild) durchquerten.
Dann waren wir gegen 17:00 Uhr endlich am Ziel unserer langen Reise - dem Gletschersee Jökulsárlón!
Jökulsárlón
Es war fantastisch! Wesentlich mehr Eisberge als während unseres letzten Besuches Ende Mai 2006. Der Gletscher hat anscheinend ganz schön während des Sommers gekalbt (ich glaube, dass heißt lustiger Weise bei Gletschern/Eisbergen so, wenn sie Teile verlieren). Zwischen den Eisbergen tauchten auch immer wieder Robben (Oder war es nur eine?) auf.
Und es war KALT - logischer Weise, bei dem ganzen Eis! Aber auch, weil uns ein ordentlicher Wind um die Ohren pfiff.
Strong wind and ice
Der Gletschersee mündet über eine kurze "Flußverbindung" in den Atlantik. Während eines Wegweh-Strandspaziergang bewunderten wir die Eisglötze, die der Ozean wieder an den Strand gespült hatte. Ich finde ja, der linke Eisberg sieht ein bißchen wie ein Eisbär aus.
Ice on the beach
Durchfroren traten wir den Heimweg an. An der Tankstelle in Kirkjubaejarklaustur aßen wir das typische, isländische Mahl - Hamburger mit Pommes. Während der 380 km kamen uns nicht mehr als 50 Autos (40 davon auf den ca. 100 km zwischen Seljalandsfoss und Selfoss) entgegen! Angesichts dieses Wahnsinnsautoverkehrs hat es uns um so mehr gewundert, als wir an dieser angeleuchteten Attraktion (Wasserfall Seljalandsfoss) vorbeikamen.
Seljalandsfoss
Einfach unglaublich!
Das man die Felsenwand in Vik anleuchtet, verstehe ich ja noch. Dort leben ja immerhin ca. 300 (dreihundert) Leute. Es ist schön, wenn man sich wenigstens um Energiekosten keine Sorgen machen muss!
Gegen 23:00 kamen wir wieder am Sommerhaus an, den Kopf und die Kameras aufgefüllt mit wunderbaren Islandbildern.

Wer braucht schon Geld?

oder

.
Trockenbrot und Wasser ist gesund!
Obwohl, das Getreide kommt aus dem Ausland. Man müßte es also mit Euro oder Dollar bezahlen.
Bleibt Lamm, Pferd, Milchprodukte und die Sachen aus dem Gewächshaus.
Keine Nudeln, ...
.
Wenn ich eine Spielernatur wäre, würde mich das Ganze vielleicht nicht so aufregen!?
.
Da hilft nur Abwarten und Tee (nein, isländisches Wasser ist besser+billiger) trinken!

Montag, 6. Oktober 2008

Lichtblicke dringend erforderlich!!!

Das Wochenende verbrachte ich mit meinem Mann, meiner Schwiegermutter und einer Austauschstudentin (Verlobte des Bruders einer guten Freundin) im Sommerhaus des Instituts. Freitag Nacht wollten wir zu einer zivilisierten Zeit ins Bett gehen, da wir am Samstag eine lange Autotour geplant hatten. Durch Zufall schaue ich aus dem Fenster und kurz darauf ließ ich einen lauten Schrei los, der alle aus den Betten riss bzw. unter der Dusche hervorholte.
POLARLICHTER!!!
Und was für welche!
Jacke über den Schlafanzug, Schuhe an und hinaus bei -4°C!
Mein Mann und ich merkten die Kälte gar nicht. Er war so glücklich, dass er bei seinem 8. Islandaufenthalt auch endlich Nordlichter sehen konnte.
Es war wundervoll! Der gesamte Himmel war von grünen Lichtern bedeckt, die Lichtspiele in Form eines grünen, fast kompletten Ovals direkt über dem Sommerhaus hervorzauberte.
Northern lights at the summer house
Noch besser ist es auf Schwarz zu sehen (LINK).
Northern lights at the summer house
Ebenso noch schöner auf schwarzem Hintergrund (LINK).
.
Aber ich darf nicht so viel von Schwarz reden ...
Die isländische Krone ist kaum noch etwas wert
(Die HÄLFTE vom Wert vom letzten Jahr!)!
Schwarzes Loch!
Schwarz sehen!
Schwarz-Malerei!
Das Licht am Ende des Tunnels ist auch nur
der Zug, der auf einen zukommt!
Nach uns die Sintflut!

Freitag, 3. Oktober 2008

Winter in Island

Über Nacht hat es geschneit und jetzt scheint die Sonne auf die wundervolle, weiße Pracht!
Leider kann ich keine aktuellen Bilder posten, da ich mein Datenübertragungskabel vergessen habe. Hier eins vom letzten Jahr:
snowy grass